Wo bin ich und was soll das Ganze?

•September 21, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Die empfundene Irrealität und die materielle Selbstvergewisserung

Die eigene Umgebung als Fake anzusehen liegt im Trend. Wie äußert sich das? Woher rührt das? Wo bringt es uns hin? Einige Ansätze bietet dieser Beitrag, der keine Fragen beantworten sondern vielmehr Gedankengänge öffnen will.

Was ist die Matrix?: Die Verfilmung des Fake-Feelings

Es mag etwas zu viel der Ehre für zwei blässliche, amerikanische, comiczeichnende Brüder sein, die ein wenig spleenig immer Sonnenbrillen tragen, nichtsdestoweniger möchte ich „Matrix“ als Film bezeichnen, der kennzeichnend für ein gegenwärtig vorherrschendes Lebensgefühl ist. Nicht wegen des Neo-Jesus Messianismus oder der coolen Mäntel, sondern weil dieser Film ein latent vorhandenes Empfinden aufgreift und ans Tageslicht bringt. Das Gefühl in einer gefaketen, eventuell gezielt simulierten, Welt zu leben wird geschickt evoziert und findet Widerhall in den Köpfen der Zuschauer. Der Protagonist bekommt die Wahl zwischen der Realität als schlimmste und der Simulation als beste aller Welten. Er entscheidet sich für die bittere Pille der Realität, denn der Wille zur Erkenntnis ist größer als die Freude am angenehmen Falschen. Die schockierende Anti-Utopie der Menschenplantage als Realität jenseits der Simulation spielt elegant mit Technophobien und der Angst vor einer außerhalb des Wahrnehmbaren liegenden Wahrheit. Das dieser Film einen enormen Erfolg erzielte liegt daran, dass die Zuschauer bereit waren, sich auf dieses Spiel einzulassen, da sie bereits selbst schon die Empfindung gehabt hatten, ihre Umgebung sei irreal.

Matrix ist Ausdruck der Gefühlslage jener Generation, die mit Computern und virtuellen Räumen groß geworden ist.

Im Spiegellabyrinth der Welten: Die mediale Reproduktion der Welt

Es ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Bedeutung sogenannter Neuer Medien und der beschriebenen Gefühlslage zu erkennen. Nicht zufällig sind die Visionäre der totalen Simulation diejenigen, die mit den Mitteln der technischen Umsetzbarkeit überaus vertraut waren, so wird die Hauptfigur aus Matrix auch als Computerhacker geschildert. Doch bereits wesentlich vorher hielt die Welt der Bits und Bytes Einzug in die Welt der (Anti-)Utopienproduktion. Schon in den 80’er Jahren ersetzte der Cyberspace in der Science-Fiction-Literatur den Weltraum als Spielwiese der Zukunftsphantasien. Durch das Simulationspotential der Computer wird die Welt so oft gespiegelt, bis die Frage nach dem Original nicht mehr zu beantworten ist. Zudem vermischen sich die Welten miteinander, die Schnittstellen zum Virtuellen werden immer diskreter, die Übergänge immer fließender. In nahezu allen Bereichen ist es erklärtes Ziel der Technologieproduzenten, die digitale Technik unsichtbar zu machen und mit den nichtdigitalen Elementen verschmelzen zu lassen. Das alles dient der Bequemlichkeit des Benutzers, dennoch führt es zu einem Unbehagen im digitalisierten Leben. Wie zur Bestätigung der Relevanz der bereits vor über 70 Jahren von Walter Benjamin beschworenen „Aura des Originals“ macht sich eine mit und in Simulationen sozialisierte Generation auf, die Realität zu suchen.

Echtheitsproben: Grenzerfahrungen als Realitätssuche

Die Sehnsucht nach Echtheit und Aura spiegelt sich wieder in den Versuchen, sich der Realität zu vergewissern. Schmerzen als Technik der Selbstproduktion im Realen sind in Filmen wie „Fight Club“ von David Fincher oder Fernsehsendungen wie „Jackass“ bestimmendes Thema. Darin liegt eine große Destruktivität, die in bestimmten Trends der Gegenwartskunst wiedererkannt werden kann. So beschreibt auch der Philosoph Luca di Blasi in einem Artikel über das Verhältnis von Terror und Kunst eine Strömung der Performancekunst, als Versuch, „die Künstlichkeit einer medial überformten Welt durch unmittelbare Körperlichkeit, Schmerz und Präsenz zu überwinden“. Zu großer Berühmtheit gekommen ist der Satz des Musikers Karlheinz Stockhausen, die Attentate des 11. Septembers 2001 seien als „Sprung (…) aus dem Leben“ das „größte Kunstwerk Luzifers“. Der Gedanke daran, Realität durch Grenzerfahrungen zu erreichen wird offenkundig, wenn Stockhausen davon spricht, „über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach (sic) werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen“.

Das Brot aus dem Nichts: Der Verlust der Anbindung ans Materielle

Dieser starke Fokus auf Schmerz und Zerstörung kündet von einem starken Drang, sich der eigenen Anbindung ans Materielle zu vergewissern. Warum ist diese überhaupt fraglich geworden? In der Sphäre in der die meisten von uns leben scheint die Herkunft der von uns benutzten und konsumierten Dinge bedeutungslos. Sie wird auch nicht betont sondern verbleibt bewusst nebulös, sodass Aktivisten, die auf die Herkunft von Fußbällen aus Pakistan oder auf die von Fretchenfellen, als ehemals einem Tier zugehörig, als Störfaktoren wahrgenommen werden. Dieses bewusste Unsichtbarmachen des Materiellen in unserer Gesellschaft ist als einer der Gründe anzusehen, warum die Realitätsprüfungen dieser gegenüber destruktiv sind. Wenn das Ausblenden des materiellen Fundaments eine der zentralen gesellschaftlichen Praktiken ist, so wird die Betonung des Selbigen zum Widerstandsakt.

Matrix Reloaded: Revolution ohne Ziel

Innerhalb dieses Kontextes ist auch der Kampf der Protagonisten aus „Matrix“ zu sehen. Grade jedoch, wenn es um die Frage geht, wogegen die tapferen Helden eigentlich kämpfen, schwächelt der Film gewaltig. Das Horrorphantasma der von Maschinen regierten Welt ist nicht mehr als ein schaler Aufguss konfuser Ängste, der durch Bombast seine Dürftigkeit kaum zu kaschieren in der Lage ist. Matrix schildert einen Kampf für die Realität, lässt aber bei der Schilderung derselben deutlich nach. Insgesamt haben wir es mit einem Trend zu tun, der sich seines Zieles kaum bewusst ist. Kaum jemand will die Mittel der digitalen Reproduktion aus der Welt schaffen, zumindest die hier angesprochene Generation ist größtenteils schon mit ihnen verwachsen. Lächerlich sind die Figuren, die auf dem überfüllten Marktplatz der Meinungen die Grausamkeit des unsichtbaren Außen beschreien und die Computer am liebsten auf einem Scheiterhaufen des Rückschritts sehen würden. Sich des unkritischen Aufbruchs in die schöne neue Welt zu widersetzen ohne in plattem Revisionismus das Rad der Technikgeschichte zurückdrehen zu wollen, dass ist hier die Aufgabe.

Das digitale Zeitalter hat begonnen. Wir können es von Außen beobachten oder von Innen gestalten. Steigen wir ein!

Jonas Werner

Fliegen – Ein Rush durch die Zeitzonen

•September 20, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Vom einstigen Charme und was davon geblieben ist.

Ein Kommentar von Jan Philipp Pöter

Angebote der Billigflieger versprechen Taxipreise für Flüge ins Ausland. Wer kann da schon wiederstehen?

Für 19,90 € geht es nach London, für 35,50 € geht es nach Wien und für 350 € darf man nach New York. Auch Eine Flatrate bereichert seit einiger Zeit das Sortiment der Billigflieger. Für 222 Euro kann man 3 Monate fliegen wohin und sooft man will. Verblüffend billig. Was ist dran an dieser neuen Art zu Reisen?

Viele Euros sind es in der Tat nicht, die der heutige Jetsetter berappen muss, um wieder übers Wochenende an den Playa de Barcelonetta oder die Costa brava zu fliegen.

Fliegen, das klingt noch immer für viele nach großer Reise, nach Spannung und etwas neuem. Aber vor allem steht am Ende dieser Reise: Entspannung.

Aber bevor man diese Entspannung erlangen kann, muss man die Annehmlichkeiten des Fliegens über sich ergehen lassen.

Die allgemeine Flugangst der Menschheit muss da allerdings erst überwunden werden. Und damit hat auch so manche Airline ihr Problem. Und obwohl das Flugzeug zu einen der sichersten Verkehrsmittel der Welt gehört, haben die Menschen einfach Angst sich in die Lüfte zu erheben. Schon Gott wollte nicht das wir fliegen, sonst hätte er uns ja Flügel gegeben. Und zugegeben mindestens einmal denkt doch wohl jeder von uns daran, was passieren würde, wenn das Flugzeug nun abstürzt, in das man gerade von einer ausländischen(weil billigeren) Stewardess willkommen geheißen wurde.

So meuterte erst vor Tagen die touristische Besatzung eines ganzen Ferienfliegers, nachdem der Pilot aufgrund einer fehlerhaften Anzeige den Start zwei Mal abbrach. Ohne ein neues Flugzeug ging dann nichts mehr. Die Touristen wollten umsteigen.

Autohersteller haben es da weit besser. Denn wer steigt schon aus, wenn das Auto mal wieder erst beim dritten Versuch angesprungen ist oder das Taxi schon 300.000 Km auf dem Buckel hat? Ich nicht.

Aber wenn es nicht der Preis ist, was Fliegen heute zu etwas besonderem macht, was ist es dann? Die Unfallstatistik kann es nicht sein.

Es ist der Stress. Der Stress, der damals nicht da war. Man bezahlte ein teures Ticket, wurde von einer freundlichen und gleichwohl attraktiven Stewardess in Empfang genommen und zu seinem Platz geleitet. Kaum angekommen, stieg man aus dem Flugzeug, schritt durch die prachtvollen, neuen Flughafengebäude und verließ den Flughafen mit Blick in Richtung Stadtzentrum. Man war am Ziel.

Heute Starten sowie Enden diese Reisen immer seltener in diesen internationalen heiligen Hallen der Vielflieger, den internationalen Spielplätzen der Manager und Testlaboren für die schrägsten Duty-Free Produkte der internationalen Konzerne.

Es ist heute eine andere Kulisse, die den Wochenendflieger beim betreten des Airports erwartet. Doch eigentlich fängt es ja schon bei der stundenlangen Anreise mit dem Auto an. Auto? Ja Auto. Die Stützpunkte der so genannten „Billigflieger“, führend ist hier der irische Anbieter Ryanair, liegen meist weiter entfernt von großen Städten, die mit Ihrem Namen für die aufgekauften, meist ehemaligen Militärflughäfen herhalten müssen und beim potentiellen Passagier ein Gefühl von Anbindung geben sollen, als man denkt. Doch um diese Anbindung ist es oft nicht gut bestellt. Und so bleibt die Alternative zum Auto, das öffentlichen Verkehrsmittel, ein unrealistisches Gedankenspiel.

„Frankfurt Hahn“, tatsächlich 102 km von Frankfurt entfernt oder „Düsseldorf Weeze“, tatsächlich 88 km von Düsseldorf entfernt bilden da keine Ausnahme. Und auch das Erscheinungsbild dieser Flughäfen hat im Normalfall nicht viel mit einem JFK, Charles de Gaulle oder einem Fraport zu tun. Große Eingangshallen, zahllose Check-In Schalter, sich im blank polierten Boden spiegelnde Reklametafeln der großen Fastfood Ketten und ein höchst internationales Publikum bleiben einem verborgen.

Man betritt kleine Hallen, manchmal sogar Zeltkonstruktionen mit Holzfußboden, die stark an das Oktoberfest erinnern. Man wird von einem Mitarbeiter gefragt, ob man heute nach Bratislava oder London fliege. Offensichtlich seien das nun die einzigen beiden Flüge die an diesem Vormittag hier starten würden. Verdutzt antwortet man dann: „Äh, London“ und reiht sich in einen Strom von ebenso verdutzten Passagieren ein, die klackernd auf dem Holzfußboden Richtung Check-In trotten.

Nach einer übermäßigen Anreise und einem rasanten Check-In steht man vor den Toren zur Hölle. Wahrscheinlich eher zum Himmel, denn der Teufel würde wahrscheinlich nie durch die Sicherheitskontrollen moderner Luftfahrt kommen. Man nähert sich, sich im 5 Minuten Takt bewegend der sehr böse schauenden Frau des 10 köpfigen Sicherheitsteams, welche einen schon lange vor der “Operation“ mit musternden Blicken beobachtet. Hat man es an die Poleposition dieser endlos wirkenden Schlange geschafft, darf man sich komplett entkleiden.

Einige Teile dürfen zwecks Vermeidung öffentlichen Ärgernisses anbehalten werden. Der Gürtel, die Schuhe, selbstverständlich alle Handys und Geldbörsen und andere Wert-oder Metallgegenstände müssen schleunigst vom Körper entfernt werden. Dann geht es durch das Tor. Hat man es dadurch geschafft, stehen den ausgefuchsten Beamten des Sicherheitsdienstes aber noch diverse andere Mittel der Folter zur Verfügung, je nach Gusto und Erscheinung des bis dato ahnungslosen Passagiers. Entscheiden sich die Peiniger für das volle Programm muss der Passagier dann noch eine Ganzkörper Abtastung, einen „Full-Body-X-ray“, einen Abklatsch mit darauffolgender Sprengstoff Analyse des kürzlich bei Aldi erworbenen Laptops, eine Sprengstoff Analyse der Kleidung und als krönenden Abschluss eine Durchsuchung seiner Festplatte nach illegaler Software, über sich ergehen lassen.

Doch wehe man hat seine Zahnpasta im Rucksack vergessen. Da werden die Beamten wild, und man darf nochmal ganz nach hinten gehen, sich eine verschließbare Tüte mit dem exakten Volumen von 1 Liter, in dem zufällig an der richtigen Stelle platzierten „Shop für Plastiktüten für 50 Cent“ erwerben. Endlich gesetzestreu  ausgerüstet, die Zahnpasta in der durchsichtigen Tüte, darf man schließlich nochmal an der Sicherheits-Polonaise teilnehmen.

Doch eins hat man mittlerweile gelernt: „Alles nur zu Ihrer Sicherheit!“

 

Aber dann. Die Flugzeuge können sich ja kaum verschlechtert haben. Es wird doch alles moderner, sicherer und freundlicher. Nicht alles. Der alt Scharm, der einst für ihren Beruf prädestinierten Ladys an Board der Lufthansa, KLM oder American Airways Maschinen, bekannt aus zahlreichen Hollywood Streifen, ist verflogen.

Heute wird man auf Englisch, von einem aus der Slowakei stammenden Steward begrüßt, der für diese Irische Airline arbeitet, die ganz Europa mit Ihren Billigfliegern versorgt, und dafür einen Stundenlohn von 5,45 € bezieht. Vorbei die Zeit mit Luxus an Board der bevorzugten Airbus und Boeing Maschinen. Vorbei die Zeit mit unendlich übertriebenen netten Flugbeleiterinnen, die jeden Wunsch von den Augen ablasen. Vorbei die Zeit der Privilegien.

Doch eine Stewardess hat Ihren Posten tapfer gehalten. Und zwar an den Sitzen rund um den Notausgang. Doch auch dort hat sich einiges geändert.

Die freundliche Instruktion für den einst „unwahrscheinlichen Fall einer Notlandung“ mit den nötigen Sicherheitsanweisungen musste leider der einfachen, schnelleren und der zur rechtlichen Absicherung dienenden Frage: „In an emergency case, are you willing to help?“ weichen. Die genervte Stimme der gerade einmal 18 Jahre alten Stewardess und ein Blick zu den Sitznachbarn nach rechts und links lässt erahnen, dass diese Frage heute nicht zum ersten Mal aus dem Mund dieser Flugbegleiterin zu vernehmen ist. Wenn man dann etwas erstaunt mit „Yes“ antwortet, darf man weiterhin die ausgesprochen großzügige, zum Glück noch nicht allgemein bekannte und wegrationalisierte Beinfreiheit der zum Helfen verdammten Notaustiegsitze genießen.

Endlich, Zeit zu entspannen. Doch Kaum hat man es sich bei dem aus den Boardkopfhörern schallenden „Für Elise“, inszeniert mit elektrisch-klingenden Instrumenten und Technobeat, so richtig bequem gemacht, startet die Maschine schon gen Himmel. Jeder BWL Student des ersten Semesters weiß: Zeit ist Geld. Just in time ist gut. Aber das ist etwas, was in unserer Gesellschaft nicht neu ist.

Nun erhebt man sich also in die Lüfte. Kaum erreicht das Flugzeug wieder eine waagerechte Position, hört man schon das klimpern der Servierwagen von vorne und hinten, sich in Richtung Notausgang nähernd. Parallel entwickelt sich zu diesem Geräusch ein zuvor nicht dagewesenes Hungergefühl. Erst jetzt wird einem Bewusst, wie lange man schon unterwegs ist. Etliche Stunden ist es her, dass man von zu Hause gestartet ist und die letzte Mahlzeit war das Frühstück.

Speichel sammelt sich im Mund und der Gedanke an das, bis dato noch nie übermäßig leckere noch nahrhafte, aber doch sättigende Essen lässt das Herz Frohlocken. Doch wie gewohnt, folgt die bittere Enttäuschung auf dem Fuß. Die nun plötzlich mit größter Freundlichkeit erschienenen Stewards wollen für Ihre Dienste und die verkauften Produkte entlohnt werden. Und zwar mit Geld. Ein freundliches „Danke“, wie es in der Vergangenheit ausreichte, ist nicht mehr erwünscht. Der Rubel muss rollen. Und so sind die cleveren, geschulten Verkäufer, in zweiter Hinsicht Stewards, mit allen Hightech Varianten des Zahlungsverkehrs ausgerüstet und die Zahlung mit EC und Kreditkarte als auch mit den gängigsten Währungen Europas ist möglich.

Enttäuscht, genervt und immer noch hungrig winkt man ab und verkriecht sich in seinem Sitz, wartet auf die doch endlich bald eintreffende Entspannung. Doch langsam erwacht man aus seinem Traum vom Fliegen. Dem Traum von Entspannung und Urlaub. Was kostet es also das Fliegen: Nerven.

Man schaut auf seine Karte und ließt: Ankunft – „Airport Wien(Bratislava)“

 

 

 

Sind Frauen zu stark…

•September 14, 2008 • 9 Kommentare

English version below.

Sind Frauen zu stark?

 

Der kleine aber feine genetische Unterschied zwischen Mann und Frau hat schon so manchen Konflikt hervorgerufen. Wobei es doch eigentlich ganz eindeutig scheint: XX – doppelt gemoppelt hält besser! Oder ist etwa doch was Wahres dran, am schwachen Geschlecht?

Was sind denn nun die vermeintlichen Schwachpunkte der Frau? Die Hormone? Die Männer? Oder doch der Mutterinstinkt?

Mann meint, Frauen stehen ihren Hormonen machtlos gegenüber. Nun verhält sich das mit den Hormonen aber ganz anders. Während meines intensiven Studiums durfte ich erlernen, dass eine Hormonabhängigkeit im gleichen Maße sowohl bei Frauen als auch bei Männern vorherrscht. Der Mann hat jedoch mit seiner Unwissenheit gegenüber seinem Körper keinerlei Chance diese Abhängigkeit herauszufiltern und ist somit viel mehr Sklave seines eigenen endokrinen Systems. Die Frau hingegen kennt die Ursache mancher Stimmungsschwankungen und hat somit das System durchschaut. Wer ist hier also schwach?

Wenn Frauen kleine, niedliche, süße, schnucklige Putzikinder sehen, können schon mal einige merkwürdig klingende Laute zu vernehmen sein. Dies liegt am so genannten Mutterinstinkt. Jedoch kann man dies nicht als Schwachpunkt der Frau ansehen. Sind Kinder nicht die Zukunft, die es gilt zu behüten und zu beschützen? Sollte nicht jeder ein gutes Vorbild sein und den Kindern ein Leben voller Liebe und Zuneigung schenken? Schwäche zeigt also eher der, der diese Gefühle als Schwachpunkt bezeichnet.

Wenn weder Hormone noch Kinder eine Schwäche der Frau darstellen, kann ja nur noch der Mann diese Rolle einnehmen. Er ist stark, zärtlich, zuverlässig, liebevoll und bringt das Geld nach Hause. Zweimal im Jahr sogar auch einen Blumenstrauß. Was will Frau mehr?

Die Frau von Heute braucht keinen Prinzen mehr, der sie aushält und ihr einen Goldring im Wert von 3150 € an den Finger steckt, den sie sich aber schon längst aus der eigenen Portokasse leisten konnte.

Zugegeben, Männer haben es mittlerweile schwer, die Frauen zu beeindrucken, doch es ist nicht vollkommen unmöglich. Vorraussetzung ist ein Bewusstseinswandel des Mannes. Dazu möchte ich den verzweifelten Männern Hilfestellung leisten:

  1. Keine Angst vor starken Frauen
  2. Gleichberechtigung statt falscher Männlichkeit
  3. Respekt und Achtung statt eines müden Lächelns
  4. Phantasie und Kreativität statt des antiken Flirt-1 x1

 

Also liebe Männer, denkt immer daran: Sind sie zu stark, bist du zu schwach!

 

Der Autor dieses Textes möchte nicht genannt werden.

 

Are women too strong?

 

The small but nice difference between men and women caused a lot of conflicts in the past. Whereas it seems so clear: XX- double means stronger. Or can it be true: The weak gender?

So what should be the assumed weak points of the women? The Hormones? The men? Or the maternal instinct?

Men say, women face their Hormones powerless. But in fact it is totally different with the hormones. While my intense studies I learned, that there is a hormone addiction in the same way for women as it is for men. The difference is: The man, with his ignorance towards his body, got no chance to filter out this addiction, so consequently he is a bigger slave of his own endocrine system than the woman is. However the woman knows the cause of the most of her mood swings. And so she is able to look through her system: So, who is weak?

If women see little, tiny, sweet babies, there could be some strange sounding words coming out of the women’s mouth. That’s why they got the so called maternal instinct. But you can’t assess this as a weak point of the women!

Aren’t children our future which we should take care for? Shouldn’t everybody be a good guide and give the children a life, full of love and affection? Weakness shows the one, who claims this behavior as a weak point.

But if neither the Hormones nor the babies mean a weakness of the women, it just can be the man adopt this role. He is strong, affectionate, reliable, loving and brings the money home – twice a year even a bunch of flowers. What does the woman want more?

The modern woman does not any longer need a prince, who keeps her and gives her a ring for 3150€, which she could have bought long ago out of her petty cash.

Allowedly today it’s not easy for men to impress the women, although it’s not impossible. The Assumption is a attitude adjustment of the men.

For that I’d like to support the men:

  1. No fear of strong women.
  2. Gender equality instead of failed masculinity
  3. Respect instead of a weary smile
  4. Fantasy and Creativity instead of the old fashioned Flirt -1×1

 Think about it, men: Are they too strong, are you too weak!

The author does not want to be mentioned. 

 

 

Vienna – A city between the old kings and the modern metropolis

•September 14, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Vienna – A city between the old kings and the modern metropolis

As one of the most beautiful cities, remembering, contributing to the old Europe, the time of “Princes Sissi”, the renaissance time, Vienna was THE place for a lot of the most famous composers and actors of all times. And so it is today.

With the oldest university in the German speaking world, all the different opera houses and theaters, such as the “Wiener Volksoper”, ”Das Volkstheater”, “Das Burgtheater”, “Die Staatsoper” and of course a whole bunch of historical and natural science museums,  there can be found one of the broadest offers of artistic and historical culture in Vienna.

And still, Vienna is a magnet for young talented artists from all over the world. Just to experience the special atmosphere, created by all the old buildings, letting you immerge into faded times. A dream for lot of them, to be part of a play in the famous “Burgtheater” where you can still see the famous Shakespeare or Goethe pieces.

But it is more than just the history, the old time, which makes Vienna to what it is. There are 1.6 million people living in Vienna and they play a determining role in the “What Vienna is today”.

As the famous actor, Michael Heltau, who spend 60 years on nearly every stage in the modern world, performing as an all-rounder, singing and playing, said to his 75th birthday performance: ”Young actors come to Vienna, and this has been for ages. And so I did. I was one of those young actors who choose Vienna as adopted metropolis and I’m absolutely happy with that. And so are a lot of my colleges today. Vienna is THE place to be for actors. And do you know why? Not only because of the history. It is the inhabitants of Vienna, being addicted to theater.”

And where actors are, is also the high society, to listen to them. Or is it the other way around?

As you can see on the famous shopping area around the “Stephansdom”, which is a part of the UNESCO world heritage, filled up with branches of all the international luxury brands as : Swarovski, Bugatti or Paul and Shark. There is a lot of money in Vienna, coming from the eastern European countries.

But it’s more than that. Long times ago Vienna became the gate to Eastern Europe. The link between Communism and Capitalism. Out of that Vienna became one of the most important places for intelligence services around the world. Agents from all around the world met in the famous hotels in Vienna and made their business. Forum and marketplace for information. A place for international business and politics where the Slavic languages still form the streetscape.

And today? Who knows about the intelligence services today?

Although Vienna became international on a public way. Today you can find most of the international Organizations and NGO’s having offices in Vienna such as the OPEC, OSZE, IAEO and the UNO.

Not at least those organizations make sure that Vienna stays a highly international place, not only for diplomats. The University of Vienna counts 75.000 students, nearly the half of them from abroad or other parts of Europe.

After the wars, the Austrian government always took care about a good and exact re-building of the destroyed buildings in Vienna. Much more than other European countries and cities did. That’s why Vienna is what it is today. Capital of theater, musical and historical culture.

Unfortunately Vienna still has to suffer the image to be a modern city for that.

 

Jan P.P.

 

Was wollen Frauen?

•August 14, 2008 • 5 Kommentare

WAS WOLLEN FRAUEN?

Seit fast einem Jahr bin ich nun Solo. Die ersten 6 Monate machten noch Spaß…doch irgendwann muss man doch wieder die Richtige finden. An Frauen mangelt es der Welt doch nicht, oder?!

Man munkelt, dass von den 6.464.750.000 Menschen ca. 3.215.831.000 Frauen sind. Auch wenn das ein paar weniger sind, als Männer auf dieser Welt sollte das doch reichen, oder? Sollte man meinen. Und doch muss man offensichtlich lange suchen, zu lange, bis man die Richtige gefunden hat.

Würde nicht jede Frau den Anspruch erheben, einzigartig zu sein, und das sind sie wahrscheinlich auch, dann wäre es wahrscheinlich einfacher. Man könnte dann einfach auf http://www.was-wollen-frauen.de nachlesen, wie es klappt. Schade, dass es nicht so ist. Oder macht genau das den Reiz aus..?

Doch was wollen Frauen denn nun?

Fest steht: Frauen wissen selbst nicht was sie wollen. Kaum kommt eine Frau in die Situation sich zwischen 2 dingen (und dazu gehören auch Männer) entscheiden zu müssen, gibt es einen inneren Konflikt, der so schnell nicht gelöst werden kann.

Ist man also als Mann ein Teil dieses Konfliktes, als eine mögliche Entscheidung, wie verhält man sich da?

Man ist bemüht um die Frau und versucht es auch so rüber zu bringen. Man meldet sich, kommuniziert. Allerdings passiert es schnell, bei mir zu schnell, dass diese Situation zu einseitig wird. Die Frau, die ja nicht weiß, was sie will, weiß auch nicht ob sie sich mal melden will. Was sie aber will ist, dass sich nicht nur der Mann meldet. Was aber zwangsläufig passiert, denn die Frau ist ja so in ihrem inneren Konflikt vertieft, dass sie gar nicht daran denkt, sich mal beim Mann zu melden. Das führt dann dazu, dass sie sich genervt fühlt, blockt und sich schließlich doch für den anderen entscheidet. Doch warum…es war ja nur gut gemeint.

Tiefe Psychologie blickt da durch und lässt erahnen, dass es auch die richtigen Charmeure nicht einfach haben.

Versucht man nämlich die andere Taktik, sich länger nicht zu melden, der Frau die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu melden, sich dominierend zu fühlen, kann das auch schnell in einem großen Vergessen münden. Und dann hat man auch verloren. Wie also geht man mit Frauen um?

Natürlich..wie so oft liegt hier die Antwort im gesunden Mittelweg. Melde dich, lass die Frau wissen, dass es dich gibt und du Interesse hast, aber gibt ihr Raum.

Warum schreib ich das alles eigentlich hier, wenn es doch so offensichtlich ist? Weil hier Theorie und Praxis nicht so einfach zu kombinieren sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Zumindest bekomme ich es nicht hin. Ich tue mich so unglaublich schwer damit, da zu sitzen, am liebsten diese Frau anzurufen, es aber einfach nicht zu tun.

Ein kleiner Lockversuch, die Frauen aus Ihrer geheimnisvollen Deckung zu locken und die entscheidenden Tipps zu geben, die mir zum Glück grad noch fehlen.

Jan

Heimatlosigkeit

•August 14, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Heimat

Wo fühle ich mich eigentlich heimisch?
Diese Frage stellen sich angesichts des zunehmenden Multikulturalismus und der immer weiter zusammenrückenden Welt wahrscheinlich immer mehr Menschen. Und auch ich komme immer öfter in Situationen, in denen ich mich wundere, dass ich nicht mehr genau sagen kann, wo eigentlich die Heimat ist. Wo fühle ich mich am wohlsten, wo erwarten mich Menschen, bei denen ich mich wohl fühle? An welchen Ort denke ich, wenn ich von dem Begriff Heimat spreche?
Mir fällt auf, dass das Heimatgefühl immer mehr verblasst und immer mehr von Flugreisen und jedem Fremden den ich treffe, verdrängt wird. Es mag an einer sich sozial verändernden Gesellschaft liegen, in der die Familie, die Heimat an Bedeutung zu verlieren scheint. Die Zahl der noch „heilen“ Familien sinkt und Scheidungen gehören zu einer „guten“ Ehe mittlerweile fast dazu. So ist es auch die geplante ganztägige Unterbringung des Nachwuchses in Krippen oder Kindertagesstätten, die eine frühe Selbstständigkeit aber auch eine scheinbar verminderte Verbindung zur Familie hervorruft. Auch das „double Income – no Kids“ Phänomen lässt auf eine Gesellschaft schließen, in der die Familie, verbunden mit, dem zum erheblichen Teil durch dieses hervorgerufenes Heimatgefühl, an Bedeutung verliert. Der Kontakt zur Heimat schläft ein, aber das ist nur eine Folge des Verlustes des klassischen Heimatgefühls. Jede neue Erfahrung drängt mich nicht weiter zurück nach Deutschland sondern gibt mir beeindruckende Einblicke in eine neue, spannendere Welt, die mich anzuziehen scheint . Gleichzeitig rückt die gewohnte Welt in den Hintergrund und wenn man mal zurückdenkt, merkt man, wie selten man das eigentlich tut und fängt an darüber nachzudenken. Es ist die Vielzahl von Möglichkeit, die wie eine große Welle auf einen zuschwappt und wenn man von dieser Welle erfasst wird, kaum mehr diesen Ritt beenden möchte. So überwiegen doch eindeutig die atemberaubenden Momente dieser neuen Welt, als die Gedanken, die man an seine Heimat macht. (Wenn ich von einer gewohnten Welt spreche bin ich selber nicht sicher, was überhaupt gewohnt ist. Menschen vor 50 Jahren, meine Eltern, die etwas älteren Generationen sind nicht mit dieser enormen Möglichkeitsvielfalt und diesem Multikulturalismus aufgewachsen und die Veränderung muss noch schwerer zu akzeptieren und zu verstehen sein als für die heutigen, jungen Generationen.
Sollte es nicht eigentlich anders sein? Sollte man sich nicht mit jedem Kilometer den man sich aus seiner Heimat, seinem zu Hause, seinen Freunden und seinen Gewohnheiten entfernt, mehr von Ihr angezogen, sogar zurückgezogen fühlen? Man hat doch die Zeit „zu Hause“, die eigene Kindheit, wenn auch oft erst reflektierend, sehr genossen und wahrscheinlich bekommt man die Chance zu so einem „kinderleichten“ Leben nie wieder. Oder ist es einfach nur kindhaftes Denken, dass eine heile, einfache und gut zu steuernde Welt verlangt, und es ist vielleicht sogar der natürliche Prozess, in dem der Mensch diese Wünsche mit dem Fortschritt zum Erwachsensein verdrängt und sich doch eigentlich jetzt sein eigenes Leben wünscht.

Immer mehr Menschen mit multikulturellem Hintergrund können ihre Heimat nicht mehr genau definieren. Viele kamen aus einer Welt, in der sie als Ausländer nie richtig angenommen worden sind und gingen in eine fremde Welt, in der sie das gleiche Schicksal erwartete.
Für solche „globalen Seelen“ wie sie Pico Lyer in „Sushi in Bombay, Jetlag in L.A.“ nennt, wird es immer schwerer nicht nur eine Heimat sondern auch ihre Wurzeln zu bestimmen.
Im „global village“ oder besser der globalen Metropole wird es durch die enorme Flut an neuen Kulturen, Eindrücken und Bildern immer schwerer an seiner Heimat festzuhalten.
Aber ist es denn überhaupt so positiv, an seiner Heimat festzuhalten? Verschließt man sich nicht vielleicht den neuen Eindrücken, die einen erfassen und versuchen zu überwältigen, wenn man zu sehr an einer oder seiner Heimat hängt?

Eines Morgens wacht man auf und erkennt wie sehr sich die Welt um einen verändert. Menschen Leben schneller, reisen schneller und nicht nur der geistige Austausch ist dank DSL, ICQ und Skype so einfach wie nie zuvor.
An seinem Arbeitsplatz sind es nun nicht mehr nur die Kollegen am Nachbarschreibtisch die mit einem verschlafenen „Guten Morgen“ grüßen, sondern auch der im Computermessanger präsente Vertreter der Tokioter Zentrale wünscht ein fröhliches „Good morning“, obwohl es bei ihm 18 Uhr ist.
Wenn es noch nicht geschehen ist, so bekommt man einen, an dieser „globalen Metropole“ gewachsenen Drang, an dieser globalen Gemeinschaft, dem großen, allumfassenden Austausch von Informationen, Kultur und Verhalten, teilzunehmen.
Man will dazugehören. Fremde Kulturen, die immer näher kommen, entdecken und dafür Stücke seiner eigenen Kultur eintauschen und aufgeben. Doch ist es wirklich das eigene Verlangen, sich aus seiner gewohnten, sich nur langsam verändernden Umgebung, mit all den Vorteilen, heraus in eine Welt zu katapultieren, die sich für viele Menschen zu schnell dreht und den Begriff „Heimat“ neu definiert.
Zieht uns diese moderne, postnationale Welt nicht vielmehr an und wir werden mit einem Schütteln aus unserer Umgebung in das, verharmloste „global Village“ mit all seinen Tücken und Fallen gezogen. Die durch machtverblendete Regierungen manipulierten Massenmedien und nicht zu Letzt all die internationalen weltumfassenden Konzerne haben mit einer gewaltigen Medienmacht im Rücken und der allbekannten, aber wenig bekämpften , „Mc Donaldisierung“ diesen Planeten zu einem Ort gemacht, an dem man als jemand, der nicht dazu gehört, an den Rand der Scheibe gedrängt wird und , sich nicht in eine der Exklaven fuer diese Art von Menschen zurückzieht, irgendwann hinunterfällt.

Aber wie muss der Mensch sich verändern, um an dieser neuen Welt, der neuen Mentalität, erfolgreich zu partizipieren?
Muss der Mensch sich überhaupt aus eigenem Antrieb verändern? Oder ist es die unsichtbare Macht der Globalisierung, dieses viel zu häufig benutzen und oft missbrauchten Begriffes, die so stark in das Leben jeden einzelnen eingreift.
Stück für Stück wird die Umgebung aufgesogen und nicht selten weichen die Traditionen neuen, rationalisierteren Verfahren und Vorgehensweisen der „Coca Cola-Philosophie“, die das Leben einfacher zu machen scheinen.
Der Mensch wird mit der unglaublichen Vielfalt an Möglichkeiten an ein Netz aus, global umspannenden Mechanismen zum Informationsaustausch herangeführt und passt er nicht auf, ist er überfordert und überhitzt.
Obwohl damit eine große Chance geboten wird, ist es für den, der den Status einer „globalen Seele“, die sich mental auf die sich schnell verändernde Welt eingestellt hat, noch nicht erreicht hat, unmöglich von all den Vorteilen zu profitieren und die felsigen Klippen zu umschiffen.
Die Gefahr, seine eigene Persönlichkeit, seine Kultur, seine Taditionen und sein Verhalten gegen das, sich ständig ändernde Bewusstsein zu tauschen, ist groß.
Man legt sein Schicksal in die Hände von Coca Cola, Mc Dondalds, Marlboro und Microsoft und bekommt genug zum überleben. Aber ob es zu solch einem Leben reicht, welches von der Globalisierung, zumindest den Europäern und Amerikanern vorgegaukelt wird, ist dahin gestellt.
Ist man einer der Jenigen, die den Zustand einer „globalen Seele“ erreicht zu seinen haben und sich bewusst der Gefahren, mit dem Prozess eigener Anpassung und Veränderung auseinander gesetzt hat, überwiegen die positiven Seiten der sich verändernden Welt. Man nutzt die Chancen zu Reisen und die Möglichkeit des Internet ohne seine eigene, mittlerweile globale, Identität zu verlieren.
Man kann aus unzähligen Kulturen, Traditionen und Vorlieben wählen und sich aus jedem Teil der Erde das nehmen, was noch in dem neuen „globalen Ich“ fehlt und zum, von den Konzernen, versprochenen vollkommenen „Ich“ zu gelangen.
Die Gebundenheit, das Gefühl einer bestimmten Nation zu gehören, geht verloren.
Eine neue Definition von „Heimat“ wird geschaffen. Vorangetrieben nicht nur durch die Notwendigkeit einer internationalen Jobsuche und der Bereitschaft zu jeder Zeit seine Koffer zu packen, sondern auch durch den sich ständig ändernden Aufenthaltsort. Man verbringt immer mehr Zeit im Flugzeug und den Flughäfen dieser Welt, die für viele Menschen zu einem neuen zu Hause geworden sind. In nur wenigen Stunden kann man unzählige Landesgrenzen überfliegen, ohne es überhaupt mitzubekommen. Eine Tatsache die noch vor 80 Jahren unvorstellbar war.
Eine internationale Kultur entsteht. Ein Mosaik aus all den kleinen Teilen der unzähligen Kulturen dieser Welt die durch moderne Reise und Kommunikationsmittel zusammengetragen wird.
Bald ist es möglich eine bestimmte Kleidung aus China, das holländische Essen und die Entspannungstherapie aus Japan in nur einem internationalen Flughafen, einem der Spielplätze der Globalisierung der für immer mehr Menschen zu einem sehr vertrauten Ort wird, zu finden und zu genießen.
Was die großen Konzerne längst erkannt haben und mit ihren bekannten Filialen an jedem erdenklichen Ort der Welt platziert, und damit beim Menschen der immer auf der Suche nach etwas bekanntem ist, ein Gefühl von Heimat zu erzeugen.
Die größte Freude empfindet der Mensch, wenn er etwas wiedererkennt, stellte schon Sigmund Freud fest. Dies haben mittlerweile auch die Konzerne mit ihren Weltumspannenden Netzwerken aus kleinen Filialen bemerkt. Diese Tatsache findet nun auch im großen, globalen Stil ihre Bedeutung.
Es entsteht die Gefahr die schnelle und einfache, in kleinen Häppchen servierte Kultur der „global Player“ bedingungslos zu schlucken und sich wie eine Puppe steuern zu lassen.

Die „globale Seele“ hingegen lernt zu differenzieren und sich nicht durch den Jetlag getrübten Verstand zu solchen kulturfremden Verführungen hinziehen zu lassen.
Ist man eine „globale Seele“ und hat diesen Zustand erreicht, in dem man die Welt als seine Heimat definiert, hat man auch gelernt mit kritischem Blick ,all den Verlockungen zu widerstehen die an so vielen Orten durch den positiven Ruf der Globalisierung, einen bitteren Beigeschmack verdecken.

Jan Philipp
San Salvador,El Salvador
7.01.2008

Departure….

•August 14, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Der Weltwaerts – Blog geht in die erste Runde.

Passend zu meinem bevorstehenden Auszug und dem endgültige Eintauchen in die Liga der Kosmopoliten wird diser Blog gestartet. Jeder weltoffene, literarisch interessierte und neugierige Leser und Autor ist eingeladen mitzumachen und diesen Blog zu einem gern angeklickten Ort zu machen.

Wenn ihr Texte, Ideen oder Gedanken habt, die ihr immer schon mal veröffentlichen, diskutieren oder kommentieren lassen wolltet fangt einfach an und blogt mit.

Jan